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Die Krähwinkel-Blätter von Johann Michael Voltz (1784 – 1858)

Ein Karikaturist des 19. Jahrhunderts

Als der Nördlinger Künstler Johann Michael Voltz 1801 bis 1827 seine ersten Arbeitserfahrungen in Augsburg und Nürnberg sammelte, befand sich Europa in einer Phase der Neuordnung (Restauration). Nach den Napoleonischen Kriegen löste der Deutsche Bund die Kleinstaaterei ab. Eine nationale Einheitsbewegung mündete schließlich 1848 in die Deutsche Revolution, deren Farben Schwarz-Rot-Gold zum Sinnbild des deutschen Einheitswillens wurden. Trotz restaurativer Strömungen und revolutionärer Ideen geisterte jedoch nach wie vor der Geist althergebrachten, kleinstaatlichen Denkens durch Militär und Amtsstuben, als dessen Symbol der altmodische Zopf galt. Akteure der Voltz'schen Karikaturen sind die Bürger von "Krähwinkel", einem fiktiven Ort, den August von Kotzebue 1802 mit seinem Lustspiel "Die deutschen Kleinstädter" einführte. Unruhen und die Karlsbader Beschlüsse (1819) hatten eine verschärfte Zensur für Autoren und Künstler zur Folge. Statt gefährlicher, politische Satire schufen sie harmlose Kritik an der vergangenen Epoche. Die Karikatur kreiste um die "alten Zöpfe" und verhöhnte durch die wörtliche Umsetzung sprichwörtlicher Redensarten den kleinstaatlichen Apparat und die buchstabentreue Bürokratie, die eigenständiges Denken ausschloss.

Geöffnet 1. März – 31. Oktober 2003
täglich außer Montag
13.30 - 16.30 Uhr

12.05.2003

Neue Ausstellung im Stadtmuseum auch abends zu sehen (pm). Mit der zweiten Museumsnacht wurde im Stadtmuseum eine ungewöhnliche Ausstellung eröffnet, die noch bis 1. Juni zu sehen, besser noch anzulangen ist. 'Mittelalter be-greifen' ist ein Sinneserlebnis für Kinder und Erwachsene, das natürlich vor allem in der Dunkelheit seine volle Anziehungskraft entfaltet. Dem großen Andrang in der Museumsnacht trägt das Stadtmuseum nun mit weiteren Abendöffnungen Rechnung. Mit seiner gotischen Kirche, der rundum begehbaren Stadtmauer und seinen alten Häusern wird Nördlingen von Einheimischen und Fremden stets als 'mittelalterliche Stadt' erlebt und angesprochen. Doch wie muss man sich die Zeit des Mittelalters wirklich vorstellen? Die Stadtmauer war in den Jahren nach 1327 eine riesige Baustelle. Viele Neubürger drängten in die Stadt und bevölkerten die Gassen zwischen den meist in Holzbauweise errichteten Häusern. 1427 erhielten die Nördlinger mit der Errichtung der Georgskirche die zweite Großbaustelle. Die Stadt war quietschlebendig... Und was dachte der Einzelne, was aßen die Armen und wie kleideten sich die Reichen? War die Uhr schon erfunden und wie roch es auf der Straße...? Die spätmittelalterlichen Tafelbilder im Stadtmuseum Nördlingen bieten farbige Einblicke in das Leben der Menschen zwischen 1300 und 1400. Um die Bilder verständlich zu machen, wurden in dieser Sonderausstellung Wege der Vermittlung genutzt, die schon seit langem in der Behindertenarbeit angewandt werden: Ein Labyrinth führt den Besucher durch die abgedunkelte Ausstellung zu sechs Themen-Inseln. Dort geben kleine 'Gucklöcher' den Blick gezielt auf einzelne, beleuchtete Bildausschnitte der mittelalterlichen Tafelbilder frei. An sechs Mitmach-Stationen erfahren Kinder und Erwachsene durch Ausprobieren die Zusammenhänge zwischen mittelalterlicher Lebensrealität und den religiösen Darstellungen auf den Holztafeln. Auch für Schulklassen Die Ausstellung, die vor allem auch für Schulklassen geeignet ist, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hermann-Keßler-Schule Möttingen mit dem Stadtmuseum Nördlingen im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen und soll im Anschluss der Lebenshilfe zur Verfügung stehen. Die Ausstellung im Nördlinger Stadtmuseum ist noch bis 1. Juni täglich außer Montag 13.30 bis 16.30 Uhr zu sehen. Führungen für Schulklassen sind jederzeit nach telefonischer Anmeldung möglich: 09081/2738230. Sondertermine zur Nachtbesichtigung von 20.30 bis 23 Uhr: jeweils Freitag und Samstag, 16., 17., 23., 24., 30. und 31. Mai. Rieser Nachrichten vom 12.05.2003