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Migration im Ries

Auch das Ries war Schauplatz von Zuzug und Wegzug.

Ein früher Beweis ist die Figur des etruskischen Tänzers (500 v. Chr.), die aus Italien stammt und bei Ehringen im Ries gefunden wurde. Gelehrte und Wissenschaftler kamen un gingen. Der Prieset und Mystiker Heinrich von Nördlingen reiste auf der Suche nach Wissen 1335 nach Avignon und 1339 nach Basel. Lediglich Station war das Ries für einen namenlosen Söldner im Dreißigjährigen Krieg. Er kämpfte rund 25 Jahre wechselnd auf kaiserlich-ligistischer und schwedisch-protestantischer Seite. Dabei legte er über 25.000 km durch ganz Europa zurück. 1634 focht er in Nördlingen für die Schweden, die er nach Kampfende als überläufer Richtung Stuttgart und Straßburg verfolgte. Protestantische Familien wiederum flohen vor den katholischen Kaisern im 
17. und 18. Jahrhundert ins Ries. Die Flüchtlinge aus österreich, Pfalz, Salzburg und Eger ließen sich in Nördlingen und Oettingen nieder. Gesetze zwangen dagegen die jüdische Bevölkerung zur Mobilität. Um die Einwohnerzahl konstant zu halten, mussten junge Juden vor 1860 oft den Ort verlassen. Erst später durften sie Wohnorte frei wählen. Im Dritten Reich rettete nur die Flucht aus dem Land ihr Leben.

Migration im Ries

Auch das Ries war Schauplatz von Zuzug und Wegzug.

Ein früher Beweis ist die Figur des etruskischen Tänzers (500 v. Chr.), die aus Italien stammt und bei Ehringen im Ries gefunden wurde. Gelehrte und Wissenschaftler kamen un gingen. Der Prieset und Mystiker Heinrich von Nördlingen reiste auf der Suche nach Wissen 1335 nach Avignon und 1339 nach Basel. Lediglich Station war das Ries für einen namenlosen Söldner im Dreißigjährigen Krieg. Er kämpfte rund 25 Jahre wechselnd auf kaiserlich-ligistischer und schwedisch-protestantischer Seite. Dabei legte er über 25.000 km durch ganz Europa zurück. 1634 focht er in Nördlingen für die Schweden, die er nach Kampfende als überläufer Richtung Stuttgart und Straßburg verfolgte. Protestantische Familien wiederum flohen vor den katholischen Kaisern im
17. und 18. Jahrhundert ins Ries. Die Flüchtlinge aus österreich, Pfalz, Salzburg und Eger ließen sich in Nördlingen und Oettingen nieder. Gesetze zwangen dagegen die jüdische Bevölkerung zur Mobilität. Um die Einwohnerzahl konstant zu halten, mussten junge Juden vor 1860 oft den Ort verlassen. Erst später durften sie Wohnorte frei wählen. Im Dritten Reich rettete nur die Flucht aus dem Land ihr Leben.

Johann Albrecht Ulrich Moll (1791)

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Auswanderung als Erwerbszweig

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Überfahrt und Ankunft in Amerika

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Nordamerika im 19. Jahrhundert

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Von Not, Sehnsucht und Heimatliebe

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Friedrich Rehlen aus Nördlingen (1881)

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Joseph Kienberger aus Munningen (1854)

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Friedrich Schmidt aus Heroldingen (1890)

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Familie Hubel aus Nördlingen (1849)

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Carl Beyschlag aus Noerdlingen (1850)

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Vettern Waitzfelder aus Mönchsdeggingen

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Carl Friedr. Böckh aus Nördlingen (1882)

Erbfolgekriege (1701-14, 1741-48, 1778-79), Hungerjahre (1816/17, 1845-47) und die Industrialisierung ließen weite Teile der Bevölkerung verarmen. 1850 lebten 26 % der Nördlinger Haushalte von öffentlichen Almosen. Besonders betroffen waren das Textilgewerbe in der Stadt und die Bauern auf dem Land. Der meistgenannte Grund in den Nördlinger Auswandererakten für den beabsichtigten Wegzug lautete daher: "geringe Vermögensverhältnisse und keine Aussicht auf häusliche Versorgung". Besonders Versorger großer Familien mit vielen Kindern hatten Mühe, ausreichend Arbeit zu finden. Der Nördlinger Schreiner Carl Friedrich Böckh versuchte 1881 mit sechs seiner acht Kinder auszuwandern. Weil ihm die Stadt finanzielle Hilfe dabei versagte, reiste er allein ohne Papiere ab und versuchte von New York aus seine Familie nachzuholen, was ihm im Juli 1882 auch gelang. Carl Friedrich Böckh starb 1909 in San Pedro/Kalifornien. Auch der schon 50-jährige, alleinstehende Schuhmacher Friedrich Endle versuchte mit allen Mitteln seiner Armut zu entkommen. Mangels eigener Finanzmittel erhielt er die Erlaubnis, an den Haustüren Nördlinger Bürger Geld zu sammeln. Mithilfe der Wohltätigkeitsstiftung verließ er im September 1849 Bremerhaven Richtung New York.

Regine Katharina Goschenhofer (1859)

Der Armut folgte häufig die Kriminalisierung der Betroffenen, die wegen Landstreicherei oder Diebstahl verhaftet und verurteilt wurden. Ausführliche Strafregister begleiten z.B. die ledige Dienstmagd Magdalena Burger aus Nördlingen (1868) oder den 18-jährigen Dienstknecht Mathäus Wiedemann aus Deiningen (1883) nach Amerika. Vorstrafen machten es schwierig, ein Dienstverhältnis zu finden. "Ohne Aussicht auf häusliche Versorgung" und mit einem "notorisch getrübten Leumund" verließ die schon 34-jährige, ledige Dienstmagd Regine Katharina Jakobine Goschenhofer aus Nördlingen 1859 das Land. Sie entkam so einer 6-jährigen Zwangsarbeit und konnte ihrem Leben eine positive Wendung geben: Sie ließ sich in Philadelphia/Pennsylvanien nieder und heiratete den Schuhmacher Heinrich Böhle aus dem Rheinland. Zur Vermeidung weiterer Probleme und Kosten wurde manch Auffälliger sogar offiziell auf die Auswanderung hingewiesen, so z. B. der Nördlinger Maurer und Tuchmacher Karl Gottlob Karl. Er stammte aus unehelichen Verhältnissen und füllte von 1867 bis 1870 sein Strafregister mit Diebstahl, Bettel und Landstreicherei an. Mit Beschluss vom 24.10.1872 wurde der ledige 23-Jährige "mit öffentlichen Mitteln nach Amerika spediert". Er verließ den Bremer Hafen auf dem Dampfer "Rhein" nach New York mit unbekanntem Ziel.